Slon und das Geheimnis des goldenen Sonnenuntergangs
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**Szene 1: Das kribbelnde Gefühl in der Brust**
Slon war ein kleiner Elefant mit großen, neugierigen Augen, die funkelten wie nasse Kieselsteine im Sonnenlicht. Er lebte mit seiner liebevollen Mama und seiner großen Schwester in einem gemütlichen Tal, das von hohen, grünen Bambuspflanzen und weichen, goldgelben Gräsern umgeben war. Jeden Abend, wenn die Sonne langsam müde wurde und sich auf ihr Nachtlager hinlegte, malte sie den Himmel in die wundersamsten Farben. Von seinem kleinen, warmen Sandbett aus konnte Slon das Orange sehen, das aussah wie reife, saftige Mangos, das Rosa, das den Blüten des Flammenbaums glich, und das tiefblaue Lila, das an die süßesten Trauben erinnerte.
„Aber Mama“, sagte Slon eines Abends mit seiner piepsigen, sanften Stimme, während er mit seinem zarten, grauen Rüssel an einer süßen Grasähre zupfte, „warum dürfen wir nie ganz nah an den Sonnenuntergang gehen? Ich möchte so gerne wissen, wie sich diese schönen Farben anfühlen, wenn man sie berührt!“
Mama Elefant lächelte warm und streichelte mit ihrem großen, weichen Rüssel über Slons Rücken. Ihre Haut fühlte sich an wie ein alter, warmer Teppich, der nach Sonne und Erde roch. „Mein lieber Slon“, sagte sie sanft, während der warme Abendwind durch ihre Ohren strich, „die Welt da draußen ist groß und voller Überraschungen. Manchmal ist sie ein bisschen unbekannt und macht uns Angst. Aber wenn du mutig bist und dich hinaus in die Welt traust, findest du Dinge, die schöner sind als alle Träume zusammen.“
Slon spürte ein komisches Kribbeln in seinem Bauch. Es war ein bisschen Angst, die kalt war wie ein Eiswürfel, aber auch ganz viele Aufregung, die warm war wie heiße Schokolade. Er roch tief ein. Die Luft duftete nach warmem Sand und süßem Honigbusch. „Heute ist der Tag!“, rief er entschlossen und stampfte mit seinem kleinen Fuß auf den Boden, dass es *wumm* machte. „Ich gehe zum großen Sonnenuntergangshügel!“
**Szene 2: Die Suche nach der bunten Feder**
Slon trottete los, sein kleiner Bauch wackelte fröhlich hin und her, und sein Rüssel schnüffelte aufgeregt an allen bunten Blumen, die am Wegesrand wuchsen. Plötzlich hörte er ein jämmerliches Schluchzen. Es klang wie eine traurige Flöte.
„Buhuhu! Oh nein, meine schönste Feder ist weg!“ Zwischen den Ästen eines niedrigen Akazienbauses saß ein kleiner, bunter Vogel namens Piko. Sein Gefieder glänzte sonst in allen Regenbogenfarben, aber jetzt sah er traurig aus, denn auf seinem Kopf fehlte die schillerndste, grüne Feder.
„Hallo Piko“, sagte Slon freundlich und blies dem nervösen Vögelchen einen sanften Windhauch mit seinem Rüssel ins Gesicht. „Warum weinst du denn so sehr?“
„Ich habe meine Glücksfeder verloren!“, piepste Piko mit zitternder Stimme. „Ohne sie traue ich mich nicht mehr zu fliegen. Und ohne Fliegen kann ich den Sonnenuntergang nie von oben sehen!“
Slon fühlte Mitgefühl in seinem Herzen, warm und weich wie eine Decke. „Dann suchen wir sie zusammen!“, sagte er mutig. „Mit meinem langen Rüssel kann ich überall gucken!“
Sie suchten im dicken Gras, das unter Slons Füßen so weich war wie ein Teppich und nach Minze roch. Sie suchten unter Steinen, die kühl und rund waren. Dann streckte Slon seinen Rüssel hoch, ganz hoch in die Äste des Akazienbaumes, wo die Rinde rau und knubbelig sich anfühlte. „Ich habe etwas!“, trompetete er froh. Mit einem sanften Ruck zog er die funkelnde, grüne Feder herunter. Sie glänzte im Licht und fühlte sich seidig an, wie ein Seidentuch.
„Oh, danke, danke!“, jubelte Piko und setzte die Feder wieder auf seinen Kopf. „Darf ich mit dir kommen auf deinen Abenteuerweg? Ich zeige dir den Weg von oben!“
**Szene 3: Die flüsternde Flussüberquerung**
Gemeinsam marschierten sie weiter, bis sie zu einem breiten, glitzernden Fluss kamen. Das Wasser rauschte sanft und klang wie Musik. Es roch nach nassem Stein und frischen Algen. Aber der Weg über den Fluss war unsicher – nur einige runde Steine ragten aus dem Wasser, und sie sahen glatt und schlüpfrig aus.
„Ich… ich habe Angst“, sagte Slon leise. Seine Knie zitterten wie Gelees. „Das Wasser sieht so kalt aus, und ich bin noch so klein. Was wenn ich abrutsche?“
Aus dem Wasser tauchte plötzlich ein alter, grauer Kopf auf. Es war Frau Panzer, eine weise alte Schildkröte, deren Schale so hart und musterig war wie ein altes Holzbild. „Nicht so schnell, junger Elefant“, sagte sie mit einer Stimme, die klang wie knarrendes Holz. „Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst einen Schritt zu machen. Fühl die Steine mit deinem Fuß. Sie sind rauer, als sie aussehen.“
Slon holte tief Luft. Die Luft schmeckte nach Angst und Abenteuer zugleich. Vorsichtig setzte er seinen ersten Fuß auf den ersten Stein. Er war kühl und fühlte sich an wie grober Sandpapier – gar nicht so glatt! „Einer…“, flüsterte Slon. Dann der zweite Fuß. „Zwei…“ Piko flog neben ihm und rief Mut zu: „Du schaffst es, Slon! Ich sehe bereits den anderen Ufer!“
Die Mitte war am schwierigsten. Ein Stein wackelte! Slons Herz hämmerte wie ein Trommler. Aber er dachte an die Worte seiner Mama. Er traute sich. Er machte einen großen Satz. *Platsch!* Sein Fuß landete sicher auf dem nächsten Stein. Mit einem letzten Sprung erreichte er das andere Ufer. Das Gras hier fühlte sich besonders weich und siegessicher unter seinen Füßen an.
…
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