Nina und das Wunderauto
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In einem kleinen, verschlafenen Dorf namens Sonnental, wo die Häuser bunte Dächer hatten und die Gärten voller duftender Blumen standen, lebte ein ganz besonderes Pony. Es hieß Nina und hatte ein schneeweißes Fell, das in der Sonne glitzerte wie tausend kleine Sterne. Ihre Mähne war regenbogenfarben und wehte im Wind wie eine wunderschöne Fahne. Aber das Allerbesonderste an Nina war, dass sie fliegen konnte! Mit ihren kleinen, aber kräftigen Flügeln schwebte sie über die Wiesen und hob ab, wann immer sie wollte.
Nina liebte es, über das Dorf zu fliegen und die Menschen zu beobachten. Besonders fasziniert war sie von den Autos. Jeden Tag saß sie auf einer großen Eiche am Straßenrand und schaute den Autos hinterher, die vorbeirauschten. Sie hörte das Motorengeräusch, das wie ein tiefes Brummen klang, und roch den Duft von Benzin, der in der Luft lag. Sie sah, wie die Fahrer lenkten, bremsten und hupten. “Wie schön es sein muss, Auto zu fahren!”, seufzte Nina oft. “So ein Auto kann überall hinfahren – sogar in Städte, in denen es viele Menschen gibt!”
Eines Abends, als die Sonne golden über den Hügeln unterging und die Vögel ihr Abendlied sangen, saß Nina wieder auf der Eiche und beobachtete die Autos. Da kam ein kleines rotes Auto angefahren, das lustig hupte und an der Ampel hielt. Am Steuer saß ein alter Mann mit einer roten Mütze und einem weißen Bart, der freundlich lächelte. Nina fand ihn so nett, dass sie den Mut fasste, herunterzufliegen und ihn anzusprechen.
“Guten Abend! Ich heiße Nina. Ich bin ein fliegendes Pony und ich möchte so gerne lernen, Auto zu fahren. Kannst du es mir beibringen?”, fragte Nina mit ihrer hellen Stimme.
Der alte Mann, der Herr Zwiebel hieß, lachte herzlich. “Oh, du kleines Pony! Ich habe schon viel gesehen, aber ein fliegendes Pony, das Autofahren lernen will – das ist neu!”, sagte er. Aber er hatte ein gutes Herz und weil er Ninas Augen so voller Hoffnung sah, nickte er. “Na gut, ich werde es dir beibringen. Aber du musst mir versprechen, geduldig zu sein und auf mich zu hören.”
Nina strahlte über das ganze Gesicht. Sie versprach hoch und heilig, dass sie die beste Schülerin sein würde. Herr Zwiebel half ihr, in das rote Auto zu steigen. Nina saß auf dem Fahrersitz und kam kaum bis zum Lenkrad. Ihre Hufe waren viel zu groß für das Pedal, und ihr Kopf stieß fast an das Dach. Doch Herr Zwiebel hatte eine Idee. Er holte ein großes Kissen aus seinem Haus und legte es auf den Sitz, damit Nina höher saß. Er band ihr einen Helm auf den Kopf und wickelte einen Schal um ihren Hals.
“Das Auto hat keine Steuerung für Hufe”, sagte er, “also zeige ich dir, wie du mit dem Maul lenkst.” Er befestigte ein Stück Schnur am Lenkrad und legte es Nina um den Hals. “So kannst du lenken, indem du deinen Kopf drehst. Und für Gas und Bremse habe ich noch eine Überraschung!”
Er holte eine große, bunte Tafel mit zwei Knöpfen – einem grünen und einem roten. “Drück mit deiner Nase auf den grünen Knopf, dann fährt das Auto. Und mit dem roten Knopf hältst du an.” Nina war ganz aufgeregt. Sie konnte es kaum erwarten, endlich loszufahren.
Endlich ging es los. Herr Zwiebel setzte sich auf den Beifahrersitz und schnallte sich an. “Zuerst zeige ich dir, wie man bremst. Drück den roten Knopf, wenn du anhalten willst”, erklärte er. Nina drückte vorsichtig auf den roten Knopf – und das Auto machte einen Satz nach vorne! Es hüpfte wie ein Gummiball. “Hoppla! Das war das Gaspedal, du hast auf das Gas gedrückt!”
Nina lachte. “Entschuldigung, ich habe mich vertan!” Aber sie lernte schnell. Nach ein paar Übungen kannte sie den Unterschied zwischen dem roten und dem grünen Knopf. Dann zeigte ihr Herr Zwiebel, wie man lenkt. “Wenn du nach links willst, drehe deinen Kopf nach links. Wenn du nach rechts willst, drehe ihn nach rechts.” Nina übte auf einem leeren Parkplatz. Sie fuhr im Zickzack und lachte, weil es so viel Spaß machte. Der Wind wehte durch ihre Mähne und sie fühlte sich wie ein echter Autofahrer.
Aber die richtige Prüfung kam, als sie auf die Straße fahren sollte. “Du musst dich an die Verkehrsregeln halten”, sagte Herr Zwiebel ernst. “Zum Beispiel, dass man bei Rot anhalten muss und bei Grün fahren darf.” Nina nickte. “Ich kann das!”, rief sie selbstbewusst.
…
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